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Die Kulturfahrt 2026 nach Memmingen und Landsberg

07.05.2026

Man kann den Organisatoren der diesjährigen Kulturfahrt zu ihrer Auswahl nur gratulieren: Es war erstaunlich, welche kulturellen Schmankerln sie in diese Wochenendfahrt hineingepackt haben: Memmingen, die Kartause Buxheim, das Benediktinerkloster Ottobeuren, Landsberg am Lech und schließlich noch das Kloster Scheyern bei Oberschleißheim.

Glück hatte, wer gleich nach der Ankunft in Memmingen noch einen kurzen Spaziergang in die Stadt unternahm, denn sie präsentierte sich im Licht der Abendsonne ohne Buden und Marktgeschrei wie am folgenden Tag. Vom Hotel in der Salzstraße waren es nur wenige Schritte, vorbei am ehemaligen Kreuzherrnkloster und mit dem Blick auf den Turm der Martinskirche, bis zum Hauptmarkt mit dem imposanten Rathaus und dem langgezogenen Steuerhaus. Am Stadtbach angekommen, der die ganze Stadt durchfließt, hat man den Blick auf die St. Johann-Kirche und das Ulmer Tor. Folgt man dieser Verlockung und überquert den Stadtbach, so gerät man zum sogenannten Einlaß, dem einzigen Tor, wo man früher zu später Stunde gegen eine Gebühr noch Einlaß in die Stadt finden konnte. Jenseits des Tores öffnet sich der Zoller Garten entlang der alten Stadtmauer. An dessen Ausgang trifft man auf den Schiefen Turm von Memmingen, den Hexen- oder Ehebrecherturm. Damit sind die herausragenden Gebäude des nördlichen Teils der Altstadt schon benannt.

Ausführlicher wurden wir mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt bei einer Führung am nächsten Morgen vertraut gemacht. Ein erstes highlight war der Kreuzherrnsaal. Von dort ging es in südlicher Richtung zum Weinmarkt mit dem 9 m hohen Freiheitsbrunnen, den „Zwölf Artikeln“ und den Zunfthäusern, wo an die Rolle der Stadt bei den Bauernkriegen von 1525 erinnert wird, bei denen es 250 Jahre vor dem Unabhängigkeitskrieg in Amerika oder der Französischen Revolution um die Freiheitsrechte ging. Dementsprechend nennt sich Memmingen stolz die Stadt der Freiheitsrechte.

Weiter ging es zu einem der Wahrzeichen Memmingens, dem Siebendächerhaus, in dem früher Leder und Felle getrocknet wurden. Da es im Krieg beschädigt wurde, hat man es originalgetreu wieder aufgebaut. Ein schöner Blick bietet sich vom Schrannenplatz entlang des Stadtbachs zu Unser Frauen Kirche, in der verschiedene Konfessionen ihre Gottesdienste abhalten können. Von dort ging es in nördlicher Richtung zur St. Martin-Kirche und jenen Teil der nördlichen Altstadt, der bereits beschrieben wurde, nur daß am Samstag eben Markttag war, wo wir uns dann in dem bunten Treiben auf dem Marktplatz verloren, weil uns noch Zeit zur freien Verfügung  geblieben war.

Buxheim

Zweite Station des Tages war die ehemalige freie Reichskartause Maria Saal in Buxheim, das einzige im wesentlichen erhaltene Kartäuserkloster in Deutschland, das als ehemaliges Chorherrenstift 1402 in den Besitz der Kartäuser gelangte und 1548 reichsunmittelbar wurde.

Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche im prachtvollen Rokoko-Stil umgestaltet. Dafür verantwortlich waren die berühmten Brüder Dominikus und Joh. Baptist Zimmermann, bekannt für ihre Arbeiten in der Wieskirche. Bedrückend wirkt dagegen die Kargheit der an den vierflügeligen Kreuzgang angebauten Zellenhäuschen der Mönche, auch wenn zu diesen jeweils ein kleiner  Garten gehört.

 „Das absolute Prunkstück der Klosterkirche ist das monumentale Barock-Chorgestühl, das zwischen 1687 und 1691 von dem Bildhauer Ignaz Waibel geschnitzt wurde. Es gilt als eines der ausdrucksstärksten und handwerklich meisterhaftesten Holzschnitzwerke des Barocks weltweit.“

1883 ist das Chorgestühl nach London verkauft, 1980 wieder zurückerworben und restauriert worden. 1994 kehrte es an seinen originalen Platz zurück.

Eine Attraktion der anderen Art erwartete uns außerhalb des Klosters, wo man dabei war, einen ca. 50 m hohen Maibaum mit Hilfe eines Krans aufzurichten.

Ottobeuren

Weiter ging die Fahrt zur Benediktinerabtei Ottobeuren, dem 764 als Familienstiftung gegründeten Kloster, das bis heute ununterbrochen besiedelt blieb. 972 verlieh Kaiser Otto der Große der Abtei den Status einer freien Reichsabtei. Ottobeuren gilt als eine der prächtigsten und größten barocken Klosteranlagen der Welt. Die Kirche, deren Längsachse in nordsüdlicher Richtung verläuft,  zeigt im wesentlichen die Handschrift von Johann Michael Fischer.

In der Klosterkirche erläuterte ein Mönch per Mikrofon die Geschichte des Ordens und des Klosters mit seiner wechselvollen Baugeschichte. Im Klostermuseum mit seinen Hör-, Riech- und Taststationen kann man sich frei bewegen und nach eigenem Gutdünken in den Repräsentationsräumen des Reichsabtes, der barocken Klosterbibliothek oder dem frisch renovierten und eben erst wieder zugänglich gemachten Kaisersaal verweilen.

Anschließend  kosteten wir die Spezialitäten des Windbeutelparadieses im Ort.

Auf dem Weg zum Bus konnten wir sehen, welche Vorarbeiten notwendig sind, um einen Maibaum her- und aufzurichten.

Zurück in Memmingen, haben wir das gemeinsame Abendessen in einem Lokal in der Altstadt eingenommen. Dann hieß es Packen, denn tags darauf ging es nach Landsberg und zum Kloster Scheyern.

Landsberg am Lech

Vom Parkplatz am Friedhof kommend, betraten wir die Altstadt von Landsberg durch das Sandauer Tor und gingen auf der Ludwigstraße zu dem dreieckigen Hauptplatz mit dem sogenannten Schmalzturm, wo uns zwei Fremdenführerinnen in Empfang nahmen, die uns dann kompetent und dank vieler Anekdoten (Stichwort „Jungfernsprungturm“) äußerst kurzweilig durch Landsberg führten. Am Lechwehr erfuhren wir etwas über die Bedeutung des Flusses für die Stadt. Aus den alten Salzspeichern entlang des Flusses hat man in jüngster Zeit schicke Wohneinheiten geschaffen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Der Stolz der Stadt ist aber das Rathaus mit seiner von Dominikus Zimmermann gestalteten Façade, dessen Sitzungssaal von Hubert von Herkomer künstlerisch ausgestaltet wurde. Er wurde seinerzeit zum Ehrenbürger ernannt; heute ist ihm ein eigenes Museum jenseits des Lechs gewidmet. Natürlich konnten wir die Stadt nicht verlassen, ohne noch einen Blick in die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu werfen, eine gotische Pfeilerbasilika, die im 15. Jahrhundert erbaut und später im barocken Stil prachtvoll umgestaltet worden war.

Kloster Scheyern

Vor der letzten Führung, die uns noch bevorstand, durften wir uns in der Klosterwirtschaft in Scheyern stärken.

Das Kloster Scheyern steht in enger Verbindung mit dem Geschlecht der Wittelsbacher, das hier ursprünglich seinen Hauptsitz hatte, 1119 das Kloster aber den Benediktinern schenkte. Die sogenannte Königskapelle blieb jedoch die älteste Grablege der Wittelsbacher. Seit dem 12. Jahrhundert ist das Kloster im Besitz einer Kreuz-Reliquie, die sich in der Hl. Kreuz-Kapelle befindet. Zwar wurde das Kloster 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst und verkauft, doch 1838 von König Ludwig I. zurückgekauft, der damit ein Benediktiner-Priorat errichten ließ. Seit 1842 ist das Kloster, in dem ein Dutzend Mönche leben,  wieder Abtei.

Zum Kloster gehören aber auch eine Fach- und Berufsoberschule, die 950 Jahre alte Brauerei, eine Metzgerei und landwirtschaftliche Betriebe.

Architektonisch weist Kloster Scheyern, das 1980 von Papst Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben wurde, Elemente der Romanik, des Spätrokoko und der Neuromanik auf.

Mit diesen Informationen traten wir, nach einem Gruppenfoto auf den Stufen der Basilika, die Heimreise an. Kurz vor der Ankunft in Regensburg blieb uns nur noch, uns bei den Organisatoren, Hans und Karin Thumann, Fritzi und Helmuth Koller, für die gelungene Fahrt mit einem kleinen Geschenk und großem Applaus zu bedanken.

Text und Fotos: R. F. Dietze plus KI

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